Zwar hat der Mitgliederverlust hauptsächlich demographische Gründe, aber es interessiert mich, wie man ausgetreten wird. In der Schweiz kostet austreten nichts. Meist geht es einfach, persönlich vorsprechen ist nicht nötig.

Je weniger Austritte, desto besser. Aber darum wie in Deutschland den Austritt schwer machen? Nein! Wer den Tritt beim Aus noch lange spürt, kommt nicht wieder. Ein freundliches "Adieu" und "... hat mich gefreut, dass Sie bis jetzt dabei waren" gibt die richtige Stimmung für später. Der momentane Ärger geht vorbei, Skandale werden bereinigt, nach Jahren regt sich ungeahnt die Seele. Wieder eintreten? Geht einfacher, wenn man früher am Ausgang freundlich und fröhlich verabschiedet wurde.
Die Schaffhauser Evangelischen haben seit längerem mit dem "Mister Eintritt" einen freundlichen Empfang geschaffen. Ist der Austritt ebenso nett? Wer austreten will, wird oft persönlich kontaktiert. Wer ist dafür ausgebildet worden? Freundlich, respektvoll, kümmernd? Ein farbiger Abschiedsbrief statt einer trockenen Bestätigung setzt die Stimmung. Ausgang und Eingang - beides sei in die Hände freundlicher Menschen gelegt.
Kolumne in den Zeitschriften "Leben & Glauben" sowie "Sonntag" Nr. 17/10
Kolumne in den Zeitschriften "Leben & Glauben" sowie "Sonntag" Nr. 17/10
Seit ich mein Französisch aufpäppeln muss, läuft im Badezimmer beim Zähneputzen und anderen Körperpflegen das welsche Radio. Was höre ich da? Fast lasse ich die Zahnbürste fallen! Klassische Musik und dazwischen ätzendes und schräges Geplauder zur Tagesaktualität. Unmöglich, denn laut Kulturdefinition verträgt sich das nicht - und erst noch auf dem ersten Kanal, wo doch klassische Musik ins Zwei gehört.
